Kultur- und Pilgerfahrt in die Slowakei


Gruppenbild im Anschluss an die Messe in Petrovce, dem Heimatort von Pfarrer Martin Talnagi

Zu einem kräftigen Lebenszeichen professioneller Kulturvermittlung und spiritueller Vertiefung des Glaubens gestaltete sich die bemerkenswerte Kultur- und Pilgerfahrt in die Slowakische Republik vom 20.bis 24.August 2018. 44 Personen nahmen im Vier-Sterne Bus der Fa. Mitterbauer(Ybbs/D.) ,am Steuer der äußerst versierte und vielseitig begabte Herr Gerhard, unter der umsichtigen organisatorischen Leitung Mag. Johann Kerns die Reise in den frühen Morgenstunden auf.
Der frühe Aufbruch war mehr als gerechtfertigt, galt es doch ein gewaltiges Tagespensum zu bewältigen. Der landeskundige Kulturvermittler Josef Tretina war in Bratislava zugestiegen und begleitete mit seinen wertvollen Informationen und spontanen Übersetzungen bei lokalen Führungen das Geschehen. Trnava, das slowakische Rom, war die erste Station der Besichtigungstour, die uns neben bemerkenswerten Kirchen weiter in das Dorf Vlkolinec (UNESCO-Kulturerbe) in die Region Zips durch die Landschaft am Fuße der Tatra bis Poprad führte. Dieser Hohen Tatra galt am nächsten Tag unsere Aufmerksamkeit, wobei anschließend in Kezmarok der Stadt, der Basilika des Hl. Kreuzes, einer Artikularen Holzkirche sowie einer evangelischen Kirche von Theophil Hansen mit dem Imre Tököly Mausoleum unsere Aufmerksamkeit galt.
In Levoca haben wir schließlich den größten gotischen Flügelaltar weltweit von Paul von Leutschau in der Jakobskirche bewundert und anschließend in der Wallfahrtskirche Marienberg die Abendmesse mit unserer Geistlichen Begleitung, Stadtpfarrer Herbert Döller und Moderator Martin Talnagi, gefeiert.
In Parenthese sei hier angefügt, dass neben dem ausgiebigen Kulturprogramm der spirituelle Aspekt täglich durch eine kurze morgendliche Betrachtung in Form von äußerst qualitätsvollen Impulstexten, ausgewählt von unserem Reiseleiter, eine besondere Note erhielt.
Der geistlichen und der weltlichen Macht der Gegend, repräsentiert durch das Zipser Kapitel, vor allem aber durch die Zipser Burg, eine der größten Burganalagen Mitteleuropas, war der nächste Vormittag gewidmet, ehe in Bardejov die imposante Ägidiuskirche mit ihren 11 spätgotischen Flügelaltären einen nachhaltigen Eindruck ausgelöst hat. Über Hervartov(älteste Holzkirche der Slowakei) und Presov mit einem beachtlichen Hauptplatz und bemerkenswerten Häuserzeilen, gelungen restauriert, der St. Nikolaus Kathedrale sowie der griechisch-katholischen Kathedrale des Johannes erreichten wir schließlich die ostslowakische Hauptstadt Kosice.
Hier galt am vierten Tag dem Dom der Hl. Elisabeth und dem imposanten Stadtbild unsere staunende Aufmerksamkeit. Den wohl berührendsten Teil der Reise erlebten wir in Petrovce nad Laborcom, dem Heimatort Mag. Martin Talnagis. In der Pfarrkirche seiner Kindheit, wo er sein Primizopfer gefeiert hat, empfingen uns nicht nur seine Verwandten und Freunde, sondern auch eine Gruppe von Gläubigen mit ihren emotional vorgetragenen Liedern und mit einer Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die alle einfach äußerst bewegt haben. Der von unseren beiden Geistlichen zelebrierte Gottesdienst in zwei Sprachen und die anschließende Agape bestätigte nochmals die Wertschätzung, die ihrem großen Sohn der Heimat und uns entgegengebracht worden ist.
Der Schlusstag führte uns dann zum Stift Jasov in ein Prämonstratenserkloster, wobei uns gleichsam im Kontrast die einstige Pracht und die Realität der Gegenwart bewusst geworden ist. Mit Nitra, der ältesten Stadt der Slowakei, haben wir nach der Besichtigung der Kathedrale St. Emmeram, wo die gegen Ende des 9.Jahrhunderts die Christianisierung eingesetzt hat, unser umfangreiches Besichtigungsprogramm abgeschlossen.
Mit großem Dank an alle Verantwortlichen, gegenseitigem Lob für die gute Atmosphäre und wechselseitiger Anerkennung ging eine erfüllte Zeit und eine beachtliche Woche der Begegnung in Herzlichkeit und Freundschaft zu Ende. Wir haben kennengelernt: Ein wunderschönes Land, freundliche Menschen, ein starkes religiöses Leben und ein reiches kulturelles Erbe, eben „ Perlen der Slowakei“.


Bericht Matthias S.
Fotos: Christine E.

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