Pilger- und Kulturreise des KBW



„Grenzgänger“ aus Waidhofen unterwegs auf der "Via Sacra" im Dreiländereck Tschechien – Polen - Deutschland

Dem Team des Kath. Bildungswerkes der Pfarre Waishofen ist es gelungen, ein weniger bekanntes Ziel in Mitteleuropa ausfindig zu machen:

Die Lausitz im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Polen und Tschechien gelegen. Die Via Sacra verbindet im Sinne der Ökumene 16 herausragende religiöse und kulturhistorische Stätten. 11 davon konnten wir bei dieser Reise vom 21.- 26. August besuchen.
In Zittau befindet sich das große Fastentuch (1472 geschaffen, 8,2 x 6,8 m groß) in der ehemaligen Kreuzkirche. Es grenzt an ein Wunder, dass dieses alle Wirren überstanden hat.
Die Burg- und Klosterruine in Oybin wurde durch die Werke von C.D. Friedrich zum Inbegriff der deutschen Romantik. Die evangelische Dorfkirche besitz in Grisailletechnik bemalte Emporen.
In Görlitz steht das Hl. Grab (um 1500), ein Versuch die Stätten der Passion Christi darzustellen und die mächtige Peter-Paul-Kirche (bereits geschlossen). Im Tal der Neiße liegt das seit 1234 bestehende Zisterzienserinnenkloster Marienthal, ein mächtiger Baockbau, 2010 durch Hochwasser schwer getroffen.
Herrnhut ist seit dem 18. Jhdt. Stammsitz der Evang. Brüder Unität. Der Betsaal (Gemeinhaus) und der Friedhof bestechen durch ihre betonte Schlichtheit. Bekannt sind die Tageslosungen und die Herrnhuter Sterne.
In Jawor (Jauer) befindet sich eine von den 3 in Schlesien errichteten evang. Friedenskirchen (zwei davon sind noch erhalten). Ein gewaltiger Fachwerkbau für 6000 Besucher mit einer reichen Innenausstattung.
In Karpacz (Krummhübel) steht am Fuß des Schneekoppe die evang. Stabkirche Wang (1841 vom preuß. König in Norwegen erworben und hier wieder aufgebaut). Krzeszow birgt mit der gewaltigen barocken Abteikirche Grüssau, der Grablege der Herzöge von Schweidnitz und der Bruderschaftskirche St. Josef einen wahren Schatz.
Jelenia Gora (Hirschberg) besitzt eine der 6 evang. Gnadenkirchen Schlesiens (heute kath.), ein Kuppelbau der Stockholmer Katharinenkirche nachempfunden mit einer grandiosen Raumwirkung. Einer der meist besuchten Wallfahrtsorte der Donaumonarchie befindet sich in Hejnice (Haindorf). Der von Fischer v. Erlach errichtete Bau birgt das Gnadenbild "Maria formosa". Perfekte Illusionsmalerei täuscht ein Altarretabel vor. In der Krypta befndet sich die Grablege der Fam. Clam- Gallas. Durch die Initiative von P. Roban konnte dieser Komplex nach der Wende gerettet werden.
Die Basilika in Joblonne ( Deutsch Gabel) zu den hll. Laurentius und Zdislava birgt in der ausgedehnten Gruft den Sarkopharg der hl. Zdislava (Patronin der Armen), von Dominikanern betreut.
Weitere Städte und Orte mit schönen Plätzen und wertvoller Bausubstanz konnten entlang der Route besichtigt werden. Hervorzuheben ist Chrastava (Kratzau) mit dem Geburtshaus des bedeutenden Historien- und Lazarenermalers Joseph v. Führich (1800-1876). Einer seiner Schüler war der in Waidhofen wirkende Maler Franz Kandler.

Dank gilt vor allem Hr. Mag. Johann Kern für die Zusammenstellung der sehr interessanten Fahrt und seiner aufschlussreichen und fachkundigen Begleitung- Seinem Sohn Jakob für das Bordservice – Der Fa. Mitterbauer und besonders dem sehr umsichtigen Buslenker Gerhard - Pfarrer Mag. Herbert Döller für seine geistliche Begleitung und Fr. Mag. Inge Janda für die ökumenische Morgenfeier.


Bericht Max L.
Fotos: Christine E.

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