KBW-Ausflug nach Graz



Wieder ist es dem KBW-Team gelungen ein umfangreiches und kontrastreiches Programm zu erstellen. Vom 6. – 8. Mai wurden Ziele in der West- und Südsteiermark angesteuert. Mit einem Bus der Fa. Mitterbauer ging es vorbei an den noch verschneiten Bergen über den Präbichl und durch den Gleinalmtunnel zum ersten Ziel, dem Zisterzienserstift Rein. Im 12. Jhdt. Von Markgraf Leopold I als erste Niederlassung des Ordens in Österreich gegründet. Es ist das älteste noch bestehende Zisterzienserkloster Europas. Die Fresken von Mölk und die illusionistische Malerei ergeben in der Stiftskirche eine grandiose Raumwirkung. Das Hochaltarbild stammt vom Kremser Schmidt. In der Marienkapelle konnten Teile des Kapitelsaales und des Stiftsgrabes freigelegt werden. Die Bibliothek besitzt einen großen Bestand an Handschriften.

Nur wenige Kilometer sind es bis Straßengel, einem Kleinod gotischer Bau- und Steinmetzkunst, auch genannt der „Steirische Steffel“. Besonders wertvoll sind die Glasmalereien der Chorfenster und die Tympanonreliefs der Portale. Das Gnadenbild „Maria im Ährenkleid“ wurde gestohlen und durch eine Kopie ersetzt. Die Mesnerin zeigte der Gruppe das Astkreuz aus dem 13. Jhdt., dessen Entstehung ungeklärt ist. Die Seitenaltarbilder stammen vom Kremser Schmidt.

Nach der Mittagspause ging es weiter nach Graz zur Synagoge. Die Basis besteht aus den Ziegeln des 1938 zerstörten Vorgängerbaus. Im Untergeschoß wurde das jüdische Leben vorgestellt und Gedenkräume zur Vertreibung und Ermordung der Gemeindemitglieder in der NS-Zeit gezeigt. Die jüdische Gemeinde gehört dem Reformjudentum an und kämpft derzeit auch mit einem Rückgang ihrer Mitglieder.

Als nächstes Ziel wurde die Pfarrkirche St. Barbara in Bärnbach besucht, die von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde und durch die moderne Gestaltung herausfordert. Die Grazer Bischöfe trugen in der Vergangenheit, aber auch heute noch die Öffnung zur zeitgenössischen Kunst mit. An der Ausgestaltung des Innenraumes waren mehrere Künstler beteiligt. Flächen von blauen Fliesen stehen für den Strom lebendigen Wassers. Besonders eindrucksvoll ist das Farbenspiel in der Taufkapelle. Im Umfeld der Kirche, wo es keine ebenen Flächen gibt, befinden sich auf Toren Symbole der wichtigsten Religionen aller Kontinente. Die Führerin hat den Künstler noch persönlich gekannt. Danach ging es weiter zum Hotel in Graz- Mariatrost, ein Haus zum Wohlfühlen und Entspannen.

Am zweiten Tag brach die Gruppe nach dem Frühstück auf zur Stadtführung in Graz, wo der Burggarten, die Burg, der Dom (mit dem leider stark beschädigten Plagenbild, von dem sich ein Gegenstück im Waidhofner Museum befindet), das Mausoleum, das Landhaus mit dem schönen Renaissancehof, der Rathausplatz, die Murinsel und das futuristische Kulturhaus besichtigt wurden. Dann ging es weiter auf den Frauenberg bei Leibnitz, der von Kelten besiedelt war und den Tempelberg der römischen Stadt Flavia Solva darstellte. Über den Fundamenten eines Isis-Tempels wurde ein kleines Museum errichtet. Die Wallfahrtskirche auf dem Frauenberg besteht seit dem 12. Jhdt. Die spätbarocke Illusionsmalerei täuscht eine gewölbte Decke vor. Als nächstes wurde das Schloss Seggau auf dem nahen Seggauberg besichtigt, das ursprünglich im Salzburger Besitz war, dann aber den Seckauer Bischöfen gehörte. Im Renaissancehof sind römische Grabsteine eingelassen. Neben der barocken Schlosskapelle gibt es auch die moderne Michaelskapelle mit einem Altar aus Vulkangestein, einem Metallkreuz mit Christus als Auferstandenem und drei Fenster zum Thema der geheimen Offenbarung. In einem Nebenturm hängt die größte historische Glocke der Steiermark mit fast 6 Tonnen, die sogenannte „Seggauer Liesl“. Weite Teile des Schlosses werden als Hotel und als Kongress- und Seminarzentrum genutzt. Im 300 Jahr alten bischöflichen Weinkeller wurde die Führung mit einer Weinverkostung beendet.

Das letzte Ziel des Tages bildete Stainz, das mächtig überragt wird vom Schloss und der Stiftskirche des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes mit einem großen zweigeschossigem Hochaltar. Der Skapulieraltar birgt das Gnadenbild und es gibt dort eine bemerkenswerte Kanzel. Der Tag klang aus bei einem Heurigen hoch über Stainz mit einem weiten Ausblick in die Umgebung. Schilcherweinselig ging es dann zurück ins Hotel.

Am Sonntag wurde nach dem Frühstück die Sonntagsmesse mit der Pfarrgemeinde in der Basilika gefeiert. Danach ging es weiter nach Thal, der Heimat von Arnold Schwarzenegger. Im Geburtshaus befindet sich ein Museum, das den Werdegang des Terminators zeigt. Den Kontrast dazu bildete die Pfarrkirche St. Jakob mit einem Erweiterungsbau von Ernst Fuchs. Der Innenraum verbreitet eine mystische Stimmung, überall finden sich Symbole aus dem Judentum, der Orthodoxie und der Westkirche. Beherrschend war die Jakobsmuschel. Die Kirche sorgte für lebhafte Diskussionen innerhalb der Gruppe.

Von St. Radegund bei Graz ging es dann mit der Seilbahn auf den Hausberg der Grazer, dem Schöckl (1445 m), wo Mittagspause gehalten wurde. Danach wurde weiter gefahren nach Weiz zur Wallfahrtskirche auf dem Weizberg, wo sich an der Friedhofsmauer ein Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma befindet. Der Volksaltar und der Teppich im Altarraum stehen unter dem Thema „Christus in der Kelter“. Über die Teichalm ging es dann zurück in die Heimat. Der gemütliche Ausklang der Reise fand in Eisenerz statt.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem KBW-Team für diese drei schönen Tage.

 

 


Bericht Mag.Maximilian L.
Fotos: Jakob K.
Gruppenfoto: Christine E.

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