Lange Nacht der Kirchen
 
 

 


Eröffnet wurde die Lange Nacht der Kirchen wie überall mit festlichem Glockengeläute. Dann öffnete der Vikar der ev. Gemeinde, Mag. Stefan Grauwald, das Fenster in der Glockenstube der Bürgerspitalkirche und wartete auf Wagemutige, die sich am Seil von ihm gesichert in die Tiefe stürzen würden. Er brauchte nicht lange zu warten bis die ersten die Treppe erklommen, vorbei am tröstenden Psalmwort: "Der Herr hält mich in seiner Rechten, damit ich nicht falle." Jugendliche und Erwachsene in gleicher Weise "hingen an ihrer Kirche" und wagten den ca. 20 Meter hohen Abstieg am Seil. Für mache war dieser Tiefgang eine Ersterfahrung, manche bewältigten ihn schon profimäßig. Einen packte der Höhenrausch und er ging gleich dreimal an den Start. Auf dem sicheren Boden beobachteten Mitglieder der evangelischen und katholischen Pfarrgemeinde gemeinsam die Aktionen und spendeten reichen Beifall, als den am Boden Ankommenden die Erinnerungsurkunde überreicht wurde.
Nach zwei Stunden dieser Form des "Tiefgangs" brachen manche Teilnehmer noch auf zum nächsten Programmpunkt in der Stadtpfarrkirche vor der sich schon weit über 50 Menschen eingefunden hatten zum Erlebnis der "Kirche auf allen Ebenen". Hinter diesem Titel verbarg sich eine Kirchenführung zu Plätzen, die man sonst nicht sieht: In der Tiefe des Heiligen Grabes, das ein ehemaliger Karner im Untergeschoß des heutigen Pfadfinderturmes ist, stimmte das Lauschen auf Choralgesänge zum Thema Tod und Auferstehung zur Besinnung. Überwältigend war der Raumeindruck in der Pfarrkirche, die mit etwa 300 Kerzen beleuchtet war. In diesem Licht wurde das Netzrippengewölbe zum Abbild des rettenden Fischernetzes, zum Sicherheitsnetz Gottes, zum Gefüge, in dem jeder Stein zählt. Die Orgel auf der Empore präsentierte Chordirektor Anton Steingruber in der Erklärung ihrer Funktion und im meisterhaften Spiel, wozu die Teilnehmer auch kräftig mitsangen. Von vielen mit Spannung erwartet , war der Abschluss auf dem Dachboden. Erstaunlich, dass in diesem Gewirr von balken ein dreistöckiges Haus leicht Platz hätte. DasSegensgebet hier pries Gott als unser schützendes Dach. Zuletzt trafen sich alle in der lauen Nacht zu einem Glas Wein und man plauderte miteinander noch geraume Zeit. Als bereichernd wurde empfunden, dass nicht nur "kirchliches Stammpublikum" sich eingefunden hatte und auch Gäste von auswärts gekommen waren. Jung (fünf) und alt (achzig) waren der Meinung, dass die Pfarre ruhig ein weiteres Mal bei dieser Aktion mitmachen sollten.

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Bericht und Foto: Christine E.

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